Die Veröffentlichung des angekündigten E-Books zur Digitalen Transformation ist nun für Ende Februar angesetzt. Bis dahin gibt es hier noch einen weiteren Auszug – Kapitel 3 – 3 Bedingungen.

„…Damit wir Menschen technisch weltumspannend kooperieren können, bedurfte es dreier, vernetzender Ordnungssysteme: Geld, Imperien, Religion.

Dem Internet of everything and everywhere ging die vernetzte Menschheit voraus. Entwicklungsgeschichtlich waren es die Händler, Eroberer und Propheten, die die eine Menschheit dachten und arbeitend umsetzten: Die Eroberer sahen alle Menschen als potentielle Untertanen. Sie waren es, die weltumspannende politische Ordnungen entwarfen. Die Propheten wussten sich im Besitz der einzig gültigen Wahrheit. Sie mussten in Weltgröße denken, denn eine Wahrheit kann nicht für bestimmte Menschen nicht gelten – es sei denn sie waren Sklaven, Frauen, Kinder und fielen aus ihrer Gleichung heraus. Aber etwas ganz Besonderes waren die Händler. Sie sahen in der Welt einen (einzigen!) Markt mit potenziellen Abnehmern und Kunden. Dafür waren alle gleich und alle glaubten gleich intensiv an die Idee des Geldes. Des Händlers Wirtschaftssystem funktioniert nicht ohne Geld.
Geld begründet wie kein anderes System Vertrauen zwischen fremden Menschen – und untergräbt gerade deshalb tradierte Werte. Es wurde oft und überall erfunden.

Als universelles Tauschmittel bildet seine Idee die Grundlage komplexer Kooperations- und Vertrauensprozesse! Geld ermöglichte, dass Menschen zusammenarbeiten, die einander überhaupt nicht kannten und nichts voneinander wussten, ausser dass sie an den im Geld verkörperten Wert glaubten. Egal, ob Geld Metall, Stein, Papier oder aus Muscheln war – oder wie heute zu über 75% bloß aus digitalen Daten, aus Strom produzierte Einsen und Nullen, die ohne Hilfsmittel gar nicht wahrnehmbar sind. Menschen vertrauen einander, dass sie an den Wert glauben. Wir kooperieren und vertrauen einander auf der Grundlage einer Idee und unendlich vieler, verbindender Geschichten darum herum. Das ist die pure Magie einer Idee und totale Abstraktion – und verbindet uns alle! Geld ist der Gipfel menschlicher Toleranz, ist toleranzfördernder als Sprache, Alter, Gesetze, Kultur, Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung. Tradition fragt danach, Geld nicht.

Aber sein Licht wirft Schatten: Gerade sein universeller Charakter untergräbt lokale, traditionelle, zwischenmenschliche Werte, soziale Wert-Erfahrungen jenseits des Geldes. Denn obschon Geld zwischen Fremden funktional Vertrauen schafft, wird es oftmals nicht zur sozialen Stärkung investiert. Oder anders: Geld reißt zwar funktional die Mauern von Fremdheit ein, lässt einander aber kaum sozial näher kommen. Was wir mit Geld an Mauern einreißen können, müssen wir anders schützend umhegen. Das erfolgt selten…“

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